50 Jahre weißer Langstock

Joachim Haar beim Tag der Menschen mit Sehbehinderung 2014
Joachim Haar zum Tag der Menschen mit Sehbehinderung 2014

Gastbeitrag: Der weiße Langstock ist das internationale Symbol für "Blind", eine wichtige Orientierungshilfe und ein Verkehrsschutzzeichen. Mit Letzterem ist das allerdings so eine Sache.

Wer von den Autofahrern kennt die Bedeutung des weißen Stockes? Wer hat dazu etwas in der Fahrschule gehört? Die meisten Menschen schütteln bei diesem Thema nur den Kopf. Keine Ahnung!

Den knatternden Trabbi konnte man schon von Weitem hören. Die neuen Elektrofahrzeuge sind so gut wie geräuschlos. Das ist wie mit den Radfahrern, die sind plötzlich da. Auf den meissten Straßen können blinde und stark sehbehinderte Menschen die Trennung zwischen Fuß- und Radweg nicht erkennen. Die Kontraste sind zu schwach. Ist der Radweg rot und der Fußweg hell grau, dann weiß ein sehbehinderter Mensch, wo er sich sicher bewegen kann. Ob das allerdings auch die Radfahrer wissen. Nein, die Meissten nicht. Die fahren überall, in den Fußgängerzonen, über die Märkte, in den Parks und sogar auf den Friedhöfen. Wenn es geht, wird noch geklingelt.

An einer Ampel sind blinde oder sehbehinderte Menschen in Lebensgefahr. Viele Radfahrer aber auch Fußgänger stört das rote Licht nicht. Einfach mitgehen kann also richtig lebensgefährlich sein. Vielleicht denken Sie mal darüber nach, welche Folgen Ihr falsches Verhalten für behinderte Menschen haben kann.

 

Am 5. Oktober 1964 übergab US-Präsident Lyndon B. Johnson einer Gruppe blinder Menschen weiße Langstöcke. Es dauerte etliche Jahre, bis dieses Hilfsmittel in Deutschland ankam. Bekannt ist der weiße Stock bis heute leider noch nicht. Den Umgang mit diesem Hilfsmittel muss man erlernen. Falsch eingesetzt, wird der lange Knüppel zum Hindernis. Der Stock pendelt oder gleitet vor dem Körper. Dadurch kann man Hindernisse erkennen und ihnen aus dem Weg gehen. Im Gegensatz zu einem Blindenführhund ist der weiße Langstock pflegeleicht. Er bellt nicht, er frisst nichts. Zum Feierabend wird er ganz einfach in die Ecke gestellt. Mit einer Verordnung des Augenarztes bezahlen die Krankenkassen die knapp 200 Euro, die der weiße Langstock kostet. Einen Blindenführhund gibt es dagegen ab 19.000 Euro. Im Normalfall übernehmen die Krankenkassen auch dafür die Kosten.

 

Falls Ihnen einmal ein blinder Mensch mit einem weißen Langstock auf der Straße begegnet, fragen Sie ihn, ob und wie Sie helfen können. Ungebetene Hilfe, an der falschen Stelle, zur falschen Zeit kann fatale Folgen haben. Dadurch kann der blinde Mensch seine Orientierung verlieren. Fragen Sie deshalb, ob Ihre Hilfe willkommen ist oder nicht. Sie werden sich schnell verständigen und genau das Richtige unternehmen.

Nur Mut!!!

 

Weitere Informationen finden Sie unter: bsvb.de

 

Joachim Haar

Geschäftsführer des Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V.

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