25 Jahre Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V.

Festveranstaltung am 16. Oktober 2015

© BSVB
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Gastbeitrag: Blinde und sehbehinderte Menschen haben wie alle, ein Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Sie erwarten nicht Fürsorge und Mitleid, sondern wollen ihr Leben selbstbestimmt und selbstverantwortlich gestalten.

Ziel des Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V. (BSVB) ist es, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Wir fordern insbesondere eine soziale Absicherung sowie eine gesellschaftliche und berufliche Inklusion.

 

Die landesweite Tagung des BSVB, welche im Rahmen der Woche des Sehens am 16.10.2015 stattfand, diente der Qualifizierung und Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Bezirksgruppen. Wir nahmen Bezug auf aktuelle politische Themen, denn nur wer Fachkenntnisse besitzt, kann beraten und andere Menschen unterstützen.

 

Bereits seit dem Jahr 2009 laden wir blinde und sehbehinderte oder von Augenerkrankungen bedrohte Menschen zu einem Patientenforum ein. Die Einladungen hierzu erfolgten über Augenärzte, Optometristen, Augenoptiker und Seniorenheime.

Mit unserer Veranstaltung wollten wir auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam machen und ein entsprechendes Bewusstsein für die Situation blinder und sehbehinderter Menschen schaffen.

Mit unserem Wissen und unserer Erfahrung nehmen wir so Einfluss auf Meinungsbildung und Entscheidungen in Wirtschaft, Verwaltung und Politik, und vertreten die Interessen der blinden und sehbehinderten Menschen offensiv in der Öffentlichkeit.

 

Im Rahmen einer Landesmesse, welche auch für jedermann zugänglich war, zeigten verschiedene Hilfsmittelfirmen praktische Hilfsmittel für den Alltag sowie neue technische Entwicklungen auf dem Hilfsmittelmarkt für blinde und sehbehinderte Menschen. Zahlreiche Besucher der Ausstellung nutzten so die einmalige Möglichkeit sich über technische Hilfsmittel zu informieren, sowie diese gleich vor Ort zu testen. Die Hilfsmittelfirmen berieten über individuell, auf die jeweiligen Bedürfnisse, abgestimmte Hilfsmittel sowie über den Ablauf der Versorgung und mögliche Kostenträger.

 

Der BSVB versteht sich seit nunmehr 25 Jahren als kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen und Belangen, die blinde und sehbehinderte Menschen betreffen. Der Verband ist fachkundiger Gesprächspartner und unterstützt alle Initiativen, die blinden und sehbehinderten Menschen nützen.

Bodo Rinas, Vorsitzender des BSVB sagte bei der Begrüßung der 151 Teilnehmer der Veranstaltung: „Wir wollen zurück blicken und uns erinnern aber auch nach vorn schauen, Ziele und die künftigen Aufgaben klar benennen“. Er begrüßte die früheren Vorsitzenden Rosemarie Schade und Lothar Rehdes sowie Jens Glodny, den ersten Zivildienstleistenden des BSVB, der im Mai 1990 seinen Dienst antrat. 

Die Moderatorin, Sylvia Belka-Lorenz, stellte zunächst Sara, ein sehbehindertes Mädchen aus Syrien, vor. Sie ist in vielen Fächern Klassenbeste. Sara absolvierte zu diesem Zeitpunkt gerade ein Schülerpraktikum beim BSVB. Der Verband vermittelte sie und ihre Schwester zu einer Augenärztin sowie zu einer Orthoptistin in Königs Wusterhausen. Mit Hilfe des beim BSVB ansässigen Integrationsfachdienstes Übergang Schule-Beruf wurden Hilfsmittel beantragt, die eine gleichberechtigte Teilhabe am Unterricht ermöglichen. 

Als Gäste wurden u.a. Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Jürgen Dusel als Vertreter der Landesregierung und Marianne  Seibert, Vorsitzende des Landesbehindertenbeirates herzlich begrüßt.

Unter Leitung von Gabriel Zinke spielte zur feierlichen Umrahmung ein Streichquartett des Konservatoriums Cottbus Mozart.

Die Festrede hielt Joachim Haar, Geschäftsführer des BSVB. Er erinnerte an die schwierigen Anfänge des BSVB. Es mussten aus 3 ehemaligen Bezirksorganisationen einen Landesverband gebildet werden. „Heute könne man stolz darauf sein, welche Stellung und welche Achtung der BSVB im Land Brandenburg genießt“, so Joachim Haar.

Auf Beschluss des Landesvorstandes zeichnete der BSVB als Würdigung und Anerkennung für langjährige und aktive Unterstützung der Blindenselbsthilfeorganisation folgende Personen mit der Ehrenmedaille des BSVB aus: Heike Woucznack - Augenoptikermeisterin in Spremberg. Sie organisiert seit vielen Jahren die Aktionen zum "Tag der Menschen mit Sehbehinderung" in Spremberg. Dabei bezieht sie das Team ihres Meisterbetriebes sowie sich als Persönlichkeit ein.

Michael Wendel – Er ist seit 2000 Steuerberater des BSVB. Mit seiner Hilfe ist es dem BSVB möglich, trotz knapper finanzieller Mittel erfolgreich zu arbeiten.

Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) sprach über die politischen Aufgaben des Spitzenverbandes der blinden und sehbehinderten Menschen. Sie sprach dem BSVB Lob und Anerkennung für seine Arbeit aus. Die Erhöhung des Blindengeldes um 30 % sei ein positives Signal, das in Brandenburg erarbeitet und erkämpft wurde. 

Mitglieder, die von Anfang an in leitender Funktion beim BSVB dabei sind, erhielten eine Urkunde und ein kleines Geschenk.

Jürgen Dusel, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen bei der Landesregierung, überbrachte Grüße der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Diana Golze. Sie musste zwingend an einer Tagung des Bundesrates teilnehmen und konnte daher nicht selbst erscheinen. Jürgen Dusel beobachtet seit 1998 die Entwicklung des BSVB. Er gratulierte und wünscht weiterhin eine gute Zusammenarbeit.

Auf Beschluss des Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung wurden Regina und Joachim Haar mit einem Eintrag in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus geehrt.

Thomas Bergner, Dezernent und Leiter des Umweltamtes leitete die Zeremonie. Damit würdigte die Stadt das persönliche Engagement von Regina und Joachim Haar und zugleich die Verdienste des Verbandes bei der Betreuung blinder und sehbehinderter Menschen. 

Sylvia Belka-Lorenz dankte allen Rednern und dem Publikum für die Disziplin und

beendete damit die Festveranstaltung.

Patientenforum des BLINDEN-UND-SEHBEHINDERTEN-VERBAND BRANDENBURG E.V.

Brian Fröhlich, Optometrist, beim Patientenforum des Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V. (BSVB)
Optometrist Brian Fröhlich beim Patientenforum

Ab 14. 00 Uhr nahmen rund 160 Personen an unserem Patientenforum teil.

Brian Fröhlich aus Spremberg, Master of Science, Optometrist, Augenoptiker, referierte zum Thema: „Wandel der Augenoptik hin zur Optometrie - Gesundheitsdienstleistung nach höchsten wissenschaftlichen Standards“.

Er gewährte uns so einen Einblick in seine Arbeit als Gesundheitsdienstleister und informierte über die optometristischen Möglichkeiten der Augenuntersuchungen und der daraus resultierenden optimalen Versorgung.

Nach einer kurzen Pause gab Dietmar Böhmer, Notar und Präsident der Notarkammer Brandenburg, den zahlreichen interessierten Besuchern einen Einblick über die Wahrnehmung von Patientenrechten - Was soll man, was muss man regeln? 

Bedingt durch den demografischen Wandel wird die Zahl der blinden und sehbehinderten Menschen immer größer. Sabine Kampmann, Blindeninstitutsstiftung Würzburg, referierte über eine wissenschaftliche Studie – „Sehbehinderte und blinde Menschen in Senioreneinrichtungen“. Ergebnisse dieser Studie wiesen darauf hin, dass 45 Prozent der Bewohner von einer Blindheit oder Sehbehinderung betroffen sind, fast jeder zehnte Bewohner ist blind, jeder Dritte sehbehindert. Laut der Studie konnte die Sehleistung bei jedem dritten Bewohner mit einer Sehbehinderung allein durch eine korrekt angepasste Brille deutlich verbessert werden.

Diese Studie zeigte uns, dass wir noch viele sensibilisieren müssen, umso ein besseres Verständnis gegenüber den blinden und sehbehinderten Bewohnern in Senioreneinrichtungen zu erlangen. 

 

Die Veranstaltung mit zahlreichen Besuchern war ein gelungener Beitrag, um auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen.

Unser Ziel ist es nach wie vor blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem Streben nach Selbstbestimmtheit und größtmöglicher Normalität zu unterstützen. Es bedarf weiter stetiger Bemühungen um auf die Probleme und Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen.

 

Allen, die den BSVB auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben, gilt ein herzliches Dankschön.

 

Weitere Informationen über den BSVB finden Sie hier.

 

Joachim Haar

Geschäftsführer des BSVB

Adresse von der Augenoptik Lange Straße Meisterbetrieb Heike Woucznack in Spremberg

Augenoptik Lange Straße

Meisterbetrieb Heike Woucznack

Lange Straße 27

03130 Spremberg

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